BNE – Was ist das?

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BNE

Die zunehmenden systemischen Krisen unserer Welt stellen uns vor die Notwendigkeit einer tiefgreifenden sozial-ökologischen Transformation. In dieser zivilisatorischen Umbruchphase entstehen neue Herausforderungen:

Wie kann Bildung zum Wandel hin zu einer zukunftsfähigen und gerechten Weltgesellschaft beitragen?

Wie können Menschen zur kritischen und aktiven Mitgestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse und zu nachhaltigen Lebensweisen motiviert und ermächtigt werden?

Das UNESCO-Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist die pädagogische und zukunftsgerichtete Antwort auf die Globale Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen und die 17 Nachhaltigkeitsziele. BNE ist ein kritisch-emanzipatorischer Bildungsansatz, der Menschen befähigt, sich in einer komplexen und widersprüchlichen Welt zu verorten, kritisch zu hinterfragen und aktiv mitzugestalten

Nach Auffassung der Vereinten Nationen wird BNE nicht einfach in die bestehenden Bildungsstrukturen integriert. BNE ist kein neues Unterrichtsthema, sondern steht für eine neue Lernkultur, die fächerübergreifend vernetztes Lernen zu Nachhaltigkeitsaspekten ermöglicht, in einer Bildungseinrichtung, die die Werte von Nachhaltigkeit gesamtinstitutionell auch lebt – BNE ist also ein (Schulentwicklungs)Prozess, eine gemeinsame Suchbewegung am Ende der Welt, wie wir sie kennen.

Mehr Informationen und Veranstaltungen gibt es hier: BNE.NRW

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Transformatives Lernen

Wie sieht eine gute Bildung, die den Anforderungen, die die Zukunft an uns stellt gerecht wird, aus?

BNE ist eine lernenden- und lebensweltorientierte Bildung: Bei BNE stellt das Leben die Fragen, nicht die Lehrkraft.

BNE ist eine ganzheitliche Bildung. Sie schafft unterschiedliche Lernzugänge, neben rationalen auch emotionale, körperliche, kreative und beziehungsorientiere. BNE ist eine Weltbeziehungsbildung, sie ermöglicht Begegnungen mit Welt, in der Menschen ihre Verbundenheit mit Natur, Mitwelt und Menschen überall auf der Welt als Wert und Stärke empfinden können. Sie stärkt Vertrauen in die Gemeinschaft und ein Ethos der Fürsorge, der umso wichtiger wird in Zeiten von Krise, Zukunftsangst und Polarisierung. Es geht nicht um naive Hoffnung „alles wird gut“, sonder um aktive Hoffung: die Zuversicht, dass was immer auch kommt, wir zusammen durchstehen werden.

BNE ist eine handlungsorientierte und emanzipatorische Bildung. Sie schafft Bewusstsein über die eigene Rolle und Macht und unterstützt, Ohnmacht zu überwinden. Sie entwickelt konkrete Ansätze für nachhaltigere Lebensweisen und Engagement im eigenen Umfeld.

BNe ist vor allem auch eine politische Bildung: sie versteht Nachhaltigkeit nicht als individualisierte Verantwortung, sondern motiviert zur kritischen und aktiven Mitgestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse. Sie tut dies, in dem sie demokratische Werte selber lebt: Selbstbestimmung und Freiheit im Lernen, Augenhöhe mit Lehrkräften, größtmögliche Partizipation und Inklusion aller, forschendes lernen, bei dem sich Lernende eigene Standpunkte erarbeiten, statt diese frontal vermittelt zu bekommen.

BNE ist auch eine utopische Bildung, die Räume zum Träumen, für Sinnsuche, um neue, harte und seltsame Fragen zu stellen. Lernende sollen entdecken, wofür sie brennen, was sie lernen wollen. So wie die Sozial-ökologische Transformation als kollektive Suchbewegung verstanden werden kann, lädt sie ein zum Experimentieren und zum Mut dabei zu scheitern und daraus zu lernen.

Bild von Goran Horvat auf Pixabay

17 Ziele für Nachhaltigkeit

Die 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) sind 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet worden und richten sich an alle: Staaten, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und jede und jeden Einzelnen.

Die Agenda 20230 ist ein Fahrplan für die Zukunft, mit dem weltweit ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und dabei gleichsam die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft bewahrt werden. Sie ist das Ergebnis eines Aushandlungsprozesses der 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen mit ihren partiellen Interessen und Prioritäten.

Mit der Idee einer nachhaltigen Entwicklung ist ein universeller Menschenrechts- und Gerechtigkeitsanspruchs verbunden. Das Recht auf ein gutes Leben wird allen Menschen zugestanden, heute und in der Zukunft, ohne Einschränkungen durch Nation, Ethnie, Geschlecht oder andere Merkmale.

Die Mitgliedsstaaten haben sich bereit erklärt, diese Zielsetzungen in ihren nationalen Handlungsfelder zu verfolgen. Auch die Bundesregierung und immer mehr Bundesländer, Kommunen und Unternehmen bekennen sich zur Leitidee einer nachhaltigen Entwicklung und den SDGs. So fasst auch die Landesregierung NRW ihre Bestrebungen in einer Nachhaltigkeitsstrategie zusammen.

Mehr erfahren: 17Ziele

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Regionalzentrum

Das NABU Besucherzentrum Moorhus ist seit 20217 das BNE-Regionalzentrum im Kreis Minden-Lübbecke. In NRW gibt es derzeit 35 BNE-Regionalzentren – als regional bedeutsame Umweltbildungseinrichtungen sind sie in ihren jeweiligen Regionen bereits etabliert.

Neben dem Angebot eines BNE-Bildungsprogramms sind die Regionalzentren Teil des Landesprogramms Schule der Zukunft, vernetzen BNE-Akteurinnen und -akteure in der Region und sorgen für die Bekanntmachung von BNE und den SDGs innerhalb NRWs.

BNE-Regionalzentren NRW

 

Quelle: NUA NRW

Zertifizierte Einrichtung Bildung für nachhaltige Entwicklung

Das Team des NABU Besucherzentrum Moorhus freut sich über die Auszeichnung als „Zertifizierte Einrichtung Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“. Bereits 2022 wurde das Moorhus durch den Fachbeirat des „Zertifikates für Bildung für Nachhaltige Entwicklung NRW“ zum ersten Mal ausgezeichnet. Seit November 2025 ist nun auch die Re-Zertifizierung des Moorhus entschieden worden. Das Zertifikat steht für die Qualität unserer Arbeit und macht diese in der Öffentlichkeit sichtbar.

 

 

Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses hat das Bildungsteam anhand von acht Qualitätsbereichen die Bildungsarbeit und die gesamte Einrichtung analysiert, reflektiert und weiterentwickelt. So wurden zum Beispiel das pädagogische Konzept und das Leitbild überarbeitet, die Qualifikation des Bildungspersonals, die strukturelle Qualitätssicherung der Bildungsangebote sowie eine nachhaltige und ressourcenschonende Infrastruktur nachgewiesen. Von zentraler Bedeutung war in der Re-Zertifizierung die eingereichte BNE-Bildungsveranstaltung mit dem Titel „There ist Mo(o)re behind it“ (Moorexkursion und Zukunftswerkstatt), mit der beispielhaft die Qualität der BNE-Arbeit gezeigt wurde.